Endless Painting - Modulare Malerei

Malerei ist für mich nicht auf die klassischen Ausprägungsformen beschränkt, vielmehr begreife ich sie als einen schöpferischen Prozess, dessen Wirken sich nicht in einem finalen Bild zementiert, sondern sich mir am stärksten während des Schaffens offenbart. Ein Bild wird nicht von Künstler vollendet, vielmehr verhindert ein Abreißen dieses schöpferische Prozess ein Weiterarbeiten und zwingt ihn zu einem Neuanfang. Somit ist jedes Bild nur ein begrenzter Repräsentant eben dieses Prozesses - dessen Veraanschauung durch die vom Künstler entschiedenen Mittel beschnitten wird. Das einzelne Bild wird zum Atom des Werkes und sollte auch nur als solches betrachtet werden. Gleichwohl ist es meines Erachtens notwendig, jedes Detail mit höchster Genauigkeit und Hingabe zu behandeln, um die Gesamtheit des Werkes nicht zu gefährden.

Formal basiert meine Malerei auf einem variationsreichen Spiel mit einer eingeschränkten Anzahl von verschiedenen Formen, die immer wieder neu in unterschiedlichen Farb- und Größenverhältnissen arrangiert werden. Hierbei spielt der kontrollierte Zufall eine entscheidende Rolle - allerdings gibt es für mich selten einen Endpunkt in den einzelnen Bildern. Diese könnte ich theoretisch endlos verfeinern was letztendlich auf ein einziges finales Bild hinausliefe. Diesem Problem begegne ich dadurch, dass ich seit ca. 10 Jahren Computerprogramme entwickle, die entweder das endlose Variieren und Komponieren übernehmen, und oder selbstständig mit der Erzeugung neuer Formen beschäftigt sind. Ausgangsmaterial hierfür ist oft reale, händische Malerei. Meine Rolle als Maler hat sich somit vom rein Ausführenden hin zum eingreifenden Beobachter verlagert (in der Form, dass ich Programme oder deren Parameter ändere.

Bei der rein rechnergestützte Umsetzung von Malerei (siehe. Abb.1) scheint mir die Distanz zwischen Betrachter und Technik fast unüberwindlich - daher bin ich übergegangen die additive Malerei einer Subtraktiven zu überlagern. Die Projektionen auf die Malerei übernehmen die Rolle, das Bild in seinen Bestandteilen neu zu beleuchten, ein endloses Umkomponieren und Variieren - der Schöpferische Prozess des zweckbefreiten Spiels wird technisch verlängert - die Selektion und Reflektion und damit die Urheberschaft wird an die Betrachter weitergereicht. Die Maschine spielt einzig formale Möglichkeiten durch. Die Auswahl und damit verbunden das Erkennen liegt beim Betrachter. Gleichzeitig wird dieser beim einzelnen Künstler endende schöpferische Prozess - maschinell ins unendliche verlängert. (siehe Abb. 2)


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Um den Beschränkungen der Technik nicht ausgeliefert zu sein (mal abgesehen vom bevorstehenden Alexandria 2.0), versuche ich dieses Spiel mit dem Zufall in reale Malerei zurück zu führen. (Siehe Abb.4 - Modulare Malerei 4). Letztendlich zweifle ich an der ausschließlichen Kraft eines einzelnen Bildes, hoffe aber auf die Wirksamkeit schöpferischen Wirkens.

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Abb. 1 - endless painting 2008 Endlose Bildgenerierung. Die Änderungen verlaufen sehr langsam und immer nur an einer Stelle des Bildes. Die horizontale Anordnung verhindert das Erfassen des Bildes mit einem Blick. Der Betrachter wird zur Bewegung gezwungen. (12 TFT, 3 Computer, eigen entwickelte Software)

Abb. 2 - endless painting 2009 - Computeranimation auf Malerei projiziert - Ein Zusammenschnitt kann als Video unter: http://waltereul.de/video angesehen werden.

Abb. 4 - 2010 - Modulare Malerei 4 - (Öl / Leinwand je. 80x100 cm) – Mindestanzahl:10